Fotograf in St. Peter-Ording


Ein über „mich“ oder warum ich meine Heimat
und meinen Beruf so sehr liebe:


Ein guter Anfang

Mit meinen familiären Wurzeln in St. Peter-Ording wurde mir sicher schon ein Anker ans Bein gebunden, von dem ich allerdings bis Anfang 40 nichts wusste. Geprägt durch das Zentrum meiner / unserer Familie – meinen Großeltern – entstanden im Laufe meiner Kindheit und Jugend fast alle Erinnerungen hier in St. Peter-Ording am Strand, der Schule, den Dünen, am Deich und natürlich im Haus meiner Großeltern.

Fotograf in St Peter Ording

Rückblickend betrachtet kann man dieses Gefühl von Freiheit kaum in Worte fassen. Im Rahmen des jugendlichen Leichtsinns jedoch, wollte ich als junger Mensch so schnell wie möglich weg hier aus dem  DORF. Mit der Ausbildung zum Fotografen in Itzehoe war der erste Schritt dann zwar auch getan, hatte aber weiss Gott nichts mit Großstadt zu tun – mehr so mit Opel-Gang  City – die nicht viel Charme versprüht. Aufgrund der nicht allzu hohen Ausbildungs-Vergütung in Höhe von 260,- (Mark), hatte mich das „Dorf“ dann auch schneller zum Jobben wieder,  als mir lieb war.

Erst mit dem Umzug nach Hamburg bekam die „Nabelschnur“ so langsam Risse,  die in Berlin dann völlig durchtrennt wurde. Die Big City Lights funkelten lautstark und hell. Der kreative Einfluss der Metropole hatte mich fest in ihren Bann gezogen und ich höre heute noch das Surren des Großstadtlärms,  der sich mit einem Potpourri aus Küchendüften der ganzen Welt vermischt.

Doch nach 20 Jahren Stadt stellte sich ein undefinierbarer Beigeschmack ein, oder besser gesagt, ich bemerkte das Fehlen von der einen oder anderen Zutat. Unwissend das diese Zutaten an der Nordsee auf mich warten, zog mich mein Urinstinkt wieder zurück. Mit gezückter Kamera machte ich mich auf den Weg meine Heimat neu zu entdecken.

Was ihr Strand und oder Watt nennt und ich bis dato wohl auch, entpuppte sich als Sand mit einer Vielzahl an Strukturen, Formen und Farben. Feinkörnig, klebrig, matschig und kristallisch von Wind, dem Meer und Regen, geformt zu in sich ruhenden Stillleben.

Die Nordsee zeigte sich mir in schwarz, blau, grün, braun, grau und transparent – ruhend, umfließend weich und stürmisch tosend.

Gerahmt würde das Bild von windigen Wolkenformationen am Himmel, die von der sich anbahnende Sonne als Projektionsfläche genutzt werden. Der Geschmack von Salz, der sich mit der Gischt im Wind vermischt und auf alles legte, weckte nun auch die letzte Emotion der Erinnerung – Schule, Arbeit, Freunde, Familie, erster Kuss – alles ist hier, frei von Mauern und Wänden –  was für ein magischer Ort.

Was für eine Erkenntnis, aber was stelle ich damit an? Der Typ Einsiedler und Landschaftsfotograf in Birkenstock-Sandalen ist sicher keine Option. Da müssen doch irgendwie Menschen mit ins Bild und nicht nur als Schnappschuss, sondern mit Ihrem ganz eigenen Moment, der nie vergeht!

Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass Hochzeitsbilder ganz sicher nicht meine erste Idee war und das hat einen Grund.

Anno 1990 bis 1993, als ich meine Ausbildung machte, sahen Fotos oder die Vorstellung von Fotos noch ganz anders aus. Das in der Ausbildung  Erlernte und von den meisten Verkaufte, fand schön steril im Studio statt. Kontakt zum Kunden war schon stark auf ein Minimum reduziert und von individueller Note möchte ich gar nicht erst reden – Naja irgendwie auch klar:  Man hatte ja kein Hollywood Studio mit 20 Sets! Aber hier in Sankt Peter-Ording am Strand habe ich eine endlose Zahl an Sets. Es war klar – ich bleibe hier und arbeite wieder ausschließlich Fotograf.

 

Tolle Idee 😉

Und jetzt die Umsetzung – gar nicht so leicht etwas zu „verkaufen“ was man nicht hat. Also auf die Plätze – fertig – los! Eine Mappe muss her, mehr Equipment muss her und ja verdammt, wo sind die Menschen!? Kaum zu glauben aber ich habe sie gefunden, manche auch mich.

Fotograf in St Peter Ording

Angekommen aber nicht fertig

Die erste Mappe ist nun schon ein wenig her und fast täglich kommt immer noch etwas dazu – Dank Euch! Danke an meine Frau Kim, die mir bei Wind und Wetter zur Seite steht und immer an mich glaubt.

Ich bin angekommen und doch immer noch auf der Reise.

 

Martin